Einträge von Rotraud A. Perner

Wie mit Sprache Politik gemacht wird 7

In „Brief“ Nr. 35 habe ich den Begriff Mem, Mehrzahl Meme, erklärt: Begriff- oder Wortschöpfungen, die sich wie Gene im Genpool in Windeseile im „Mempool“ von Gehirn zu Gehirn fortpflanzen. Werbung und Propaganda lebt davon, solche „Ohrenschlieferln“ (und ebenso optische oder gestische Marken) zu kreieren. Auch im individuellen Alltag verankern sich Kose- wie auch Schimpfworte, […]

Wie mit Sprache Politik gemacht wird 6

Wenn man möchte, dass jemand Fehler macht, bewährt sich die Methode, der Person Stress zu bereiten – ihr beispielsweise Fehler vorzuwerfen, ihre Entscheidungen in Frage zu stellen bzw. ihr etwas anzuschaffen und sie unter Zeitdruck zu setzen. Diese drei absoluten Stressfallen heißen: „Be perfect“ – sei fehlerlos, „please me“ – sei so, wie ich will, […]

Wie mit Sprache Politik gemacht wird 5

Menschen unterscheiden sich durch ihren Umgang mit der Zeit – und zwar nicht nur deswegen, weil und wie sie mehr oder weniger erfolgreich auf Geschwindigkeit trainiert wurden, sondern auch durch das Ergebnis ihrer biologischen wie auch sozialen Erbfaktoren: Es hängt von der Atmung und diese wiederum vom Körperbau ab, wie sehr jemand „fühlt“ – denn […]

Wie mit Sprache Politik gemacht wird 4

Zu den klassischen NLP-Methoden gehört die Arbeit mit Zeitlinien. Die meisten Menschen sind darauf hin erzogen worden, kausal zu denken: Was war DIE Ursache für eine bestimmte Folge, von der aus bestimmt wird, wer „schuld“ ist, d. h. bestraft werden muss bzw. wer Schadenersatz zu leisten hat. Das hat vor allem damit zu tun, dass […]

Wie mit Sprache Politik gemacht wird 3

In den Polittrainings der 1970er Jahre gab es seitdem Johanna Dohnal Wiener Frauensekretärin geworden war, Frauenselbstbewussseinstraining. (Ich habe damals auch die zugehörige Ausbildung zur Trainerin gemacht – vielleicht sollte ich diese Kurse in meinem Seminarzentrum in Matzen wieder anbieten?) Ein wesentlicher Inhalt dabei war, dass wir nicht „man“ sagen sollten, sondern „ich“. Der berühmte französische […]

Wie mit Sprache Politik gemacht wird 2

Lange bevor NLP in den 1980er Jahren in Österreich bekannt wurde, hatten findige Parteitrainer bestimmte Taktiken selbst herausgefunden – aus welchen Quellen sie fündig geworden waren, wurde nicht gesagt. So erinnere ich mich gut an die allerersten Schulungen, die ich in ab 1970 besuchte, in denen der damalige „Parteipsychologe“ der SPÖ Dr. Milo Beran uns […]

Wie mit Sprache Politik gemacht wird 1

Nach einer berufsbedingt längeren Brief-Schreib-Pause sinniere ich seit Freitag, dem 17. (für die FPÖ wohl dem Pseudo-13.), über die vielen Erscheinungsformen von Gewalt, wie sie in der medialen Berichterstattung deutlich wird; Gewalt schreibe ich hier entsprechend der Definition des norwegischen Mathematikers, Politologen und Soziologen Johan Galtung, * 1930, Gründer des ersten Instituts für Friedensforschung in […]

Feuerspucken als Problemlösung?

Alles, was wir „können“, haben wir „gelernt“ – und damit meine ich, wir haben Wahrnehmungs- und Handlungsnervenzellen gebildet und in unseren Neurosignaturen eingespeichert. Ausgangspunkt sind primär immer Vor-Bilder, mit denen man sich unbewusst identifiziert, weil sie Macht bzw. Überlegenheit signalisieren. Dazu genügt bereits, sich die überreich vorhandenen Modelle aus Film und Fernsehen „rein zu ziehen“, […]

Haltungen: Vorhalten – Verhalten – Abhalten …

Seit vorigem Jahr habe ich mein nächstes (61!) Buch für Kremayr & Scheriau in Arbeit – und es sollte „Haltung“ heißen: Ich wollte darin zeigen, wie man auch unter schwierigsten Bedingungen seine Würde ohne in die Fallen des selbstgefälligen Märtyrertums oder der camouflierten Rache zu stolpern behält. Als ich dann im Jänner wahrnahm, dass ein […]

Fesseln

In einer Einrichtung der NÖ Lebenshilfe soll ein 17jähriger von Betreuungspersonen vorübergehend mit einer Strumpfhose gefesselt worden sein (https://derstandard.at/2000101730765/Behinderter-in-Niederoesterreich-gefesselt-Ermittlungen-gegen-Betreuer), war in den Medien zu lesen.  Ich nehme an, dass ich weiß, wo das geschehen ist. In der Nachbarschaft. Vermutlich waren die Betreuenden genervt, überfordert, ratlos. Und vermutlich nicht zum ersten Mal. Und ich frage mich, […]