Einträge von Rotraud A. Perner

Stubenarrest

Als ich gestern als Teilnehmerin am „Runden Tisch“ zu dem – von einem Österreicher angeblich geschaffenen vermutlichen – Bauernhof-Privatgefängnis in den Niederlanden nach der ZiB 2 sagte, „Einsperren habe lange Tradition“, konnte sich das die Moderatorin gar nicht vorstellen – bis ich ihr einige konkrete Beispiele gab und sie auch daran erinnerte, dass erst vor […]

Eifersucht – entmystifiziert

Sein Motiv wäre Eifersucht gewesen, wird der junge Mann zitiert, der in Kitzbühel bewusst fünf Menschenleben ausgelöscht haben soll. Was in ihm konkret vor und während der Horrornacht vorgegangen ist, werden Gerichtspsychiater klären müssen – und möglicherweise kommen ganz andere Motive zum Vorschein. Ich vermute tiefe Verletzungen des Selbstwertgefühls, Rachebedürfnisse und eiskalte Wut – ein […]

Blackfacing usw.

Kanadas Premierminister Justin Trudeau (* 1971) hat sich entschuldigt, dass er als Junglehrer 2001 bei einem Kostümfest als Aladin mit geschwärztem Gesicht aufgetreten ist. Verständlich – er befindet sich derzeit im Wahlkampf. Den Vorwurf, rassistisch (gewesen) zu sein, möchte er nicht auf sich sitzen lassen. Er könnte Wählerstimmen kosten. (http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/justin-trudeau-aladin-hat-aerger-16396533.html ) Ich (* 1944) muss […]

Möchtegerne

Während die Spesenrechnungen der Familie Strache im Scheinwerferlicht der Medienberichterstattung  glitzern – immerhin steht der möglicherweise ungerechtfertigte Vorwurf unrichtiger Abrechnungen im Raum und kann durch die Erhebungen falsifiziert oder verifiziert werden – scheint das Streiflicht auf Thomas Drozdas Porsche 911 nur ein Funserl, obwohl schon interessant wäre, wann und auf welche Weise er das Superauto […]

Die Liebe zu Totem

Der deutsch-US-amerikanische Soziologe und Psychoanalytiker Erich Fromm (1900–1980) führte in „Anatomie der Destruktivität“ eine bislang unerhörte Unterscheidung ein: Unter dem Namen „Nekrophilie“ –  der bisher für den sexuellen Drang nach Geschlechtsverkehr mit Toten verwendet wurde – summierte er die Angst vor dem Lebendigen und stattdessen leidenschaftliche Hingabe an Totes wie beispielsweise Maschinen (wie Autos – […]

Mentale Gewalt

Unter mentaler Gewalt verstehe ich (ergänzend zu körperlicher, seelischer aber auch finanzieller und struktureller Gewalt) bewusste geistige Verdummung. So etwas reicht von „kreationistischem“ Schulunterricht (wenn etwa naturwissenschaftliche Erkenntnisse ignoriert werden und fest behauptet wird, die Welt wäre tatsächlich – also nicht nur als poetisches Gleichnis – von einem Schöpferwesen in sieben Tagen erbaut worden) bis […]

Ein wirklicher Skandal

Als der freiheitliche Abgeordnete Wolfgang Zanger Ende März dieses Jahres Gewerkschafter als „Beidln“ bezeichnete, empörte sich der Nationalratspräsident wie auch viele Abgeordnete zu Recht (siehe meinen „Brief“ Nr. 26 „Sprachkotzen“ vom 31. 3.) – er selbst hingegen zeigte sich ob der Aufregung verwundert. Abgeordnete, darin ist sich die breite Bevölkerung einig, sollen Vorbilder sein – […]

Menschlichkeit

Da schreibt mir doch eine Leserin meiner Anti-Gewalt-Briefe auf meine private Mailadresse (Danke!) zu dem letzten, „LEHR-TRIEB“: „Die Partei, die Menschlichkeit auf ihren Plakaten propagiert, hat in den letzten Jahren die SEMMELWEISKLINIK geschlossen und das Denkmal „verscherbelt“; was mir persönlich sehr Leid tut, weil ich dort meine Kinder geboren habe und diese Frauenklinik aus meiner […]

Lehr-Trieb?

So wie Mediziner „geadelt“ werden, wenn eine Krankheit nach ihnen benannt wird (siehe Alzheimer, Bechterew oder Crohn), finden auch andere Forscher Ewigkeits-Ruhm, wenn sie Namensgeber sind. Oft ist es mühselig, ein neues Wort – einen „Neologismus“ zu erfinden um eine Sichtweise zu beschreiben, die bisher noch nicht bewusst eingenommen wurde. Andreas Salcher ist ein Meister […]

Janusköpfe?

In der Politdiskussion mit Sebastian Kurz am 18. September in ORF II wiederholte Pamela Rendi-Wagner gebetsmühlenartig das Narrativ (ich könnte auch formulieren: baute sie an der Legende) vom „anderen Gesicht“ ihres Gegners, der sich, so extemporierte sie, vor Kameras freundlich gäbe, aber in Wirklichkeit eiskalt sei (wie wenn man nicht auch eiskalt freundlich sein könnte). […]