Wiens Bürgermeister Michael Ludwig schlägt ein totales Waffenverbot vor — nicht nur auf bestimmten Plätzen sondern in der gesamten Bundeshauptstadt (https://www.orf.at/news/stories/2958598/) . Klingt auf den ersten Blick populär, auf dem zweiten populistisch und auf dem dritten unrealistisch.

Die einzige Waffe, die man nicht verbieten kann, ist das Gehirn: Seine Kreativität findet und erfindet ununterbrochen neue Mordwerkzeuge – vom Seidenschal bis zum Auto, von der Feile (Kaiserin Sisi!) bis zu den Händen („Schubs“ in den Donaukanal) und bis zum Gift auf der Türschnalle. Und Sprenganleitungen kann man sich mittlerweile im Internet herunterladen.

Als er noch (christlich-konservativer) Europa-Abgeordneter war, erklärte Karl Habsburg, dass Waffenverbote logischerweise Enteignungen nach sich ziehen müssten (OTS vom 2. September 1998) und daher nur mehr Personen mit Verbrechensabsichten insgeheim Waffen besitzen würden. Ich stelle mir dazu vor, dass die Waffenindustrie immer raffiniertere und kleinere Waffen auf den (internationalen) Markt bringen würde. Ist ja ein Riesengeschäft – wie von der  Verhinderungs-Macht der US-Waffenlobby bekannt sein sollte.

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Unter „Unfaire Förderung von Teilzeit“ berichtet der KURIER vom 13.01. (Seite 11) davon, dass der „angebliche“ Sozialsprecher (angeblich, weil ich seine Aussage nicht als sozial erlebe) der Neos, Gerald Loacker, meint, steuerliche Entlastungen sollten „zielgerichtet“ nur „die Leistungsträger, also die Einkommen zwischen 2500 und 4500 Euro brutto, treffen“. Denn: „Wir haben jetzt schon das Problem, dass die abgestuften Arbeitslosenversicherungsbeiträge dazu führen, dass jemand mit zwei 1000 Euro-Teilzeitjobs in einem Jahr 840 Euro weniger an Sozialversicherungsbeiträgen bezahlen muss, als wenn er einen Vollzeitjob mit 2000 Euro ausübt. Er oder sie wird in dieser Hinsicht deutlich bevorzugt.“, und dies sei eine „unkluge und unfaire Förderung von Teilzeitbeschäftigungen“.

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In den „dunklen Zeiten“ der Geschichte der röm. kath. Kirche war es üblich, Personen, die einem persönlich im Wege standen, die eigene Weltsicht in Frage stellten oder allerlei Begehrlichkeiten erweckten, bei der Obrigkeit anzuschwärzen. Im Zuge der Hexenverfolgungen sollen etwa drei Millionen Menschen der Prozess gemacht und zwischen 40.000 und 60.000 Betroffene gefoltert und hingerichtet worden sein.

Dass vermutlich hasserfüllte (oder um eigene Rechtfertigung bemühte) Menschen zu dieser Art von „Verfolgung“ – d. h. Schuldige an den Pranger zu stellen – neigen, besonders wenn sie ihre Ziele nicht auf andere Weise erreichen können, und sich dabei ganz im Recht fühlen, kann man gegenwärtig am Umgang des Domkapitels der Diözese Gurk / Klagenfurt mit seinem Ex-Bischof beobachten. Die Salzburger Nachrichten (12.01.2019, Seite 11) schreiben: „Es geht um Misswirtschaft, Begünstigung, Untreue – und um die Gerüchte um die Beziehung zu einer Frau und Mitarbeiterin“.

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„Der Verstand ist dem Menschen gegeben, damit er ihn benutzt.“, erinnerte der berühmte britische Philosoph John Stuart Mill (1806–1873) in „On Liberty“(„Über die Freiheit“, S. 31). Vor allem sollte man ihn benutzen, wenn man spricht. Reden ist keine Routinearbeit. Schauspieler übern wochenlang um den „richtigen Ton“ zu treffen – und aufmerksame Kleinkinder üben ebenso, die richtige Aussprache zu beherrschen. Das setzt allerdings voraus, dass sie Bezugspersonen haben, die selbst nicht nur Dialekt sprechen und auch den Mut und die Liebe besitzen, Fehlaussprachen freundlich (!) zu korrigieren. Wenn man Kinder ordinär anbrüllt, lernen sie nur ordinär zu brüllen.

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