Alles, was wir „können“, haben wir „gelernt“ – und damit meine ich, wir haben Wahrnehmungs- und Handlungsnervenzellen gebildet und in unseren Neurosignaturen eingespeichert. Ausgangspunkt sind primär immer Vor-Bilder, mit denen man sich unbewusst identifiziert, weil sie Macht bzw. Überlegenheit signalisieren. Dazu genügt bereits, sich die überreich vorhandenen Modelle aus Film und Fernsehen „rein zu ziehen“, eine Art Mentaltraining zum Kleinkriminellen.

Nun kam es in einer Wiener HTL zu einem psychischen wie letztlich physischen Machtkampf zwischen einem offensichtlich körperlich unterlegenen Lehrer (der als Quereinsteiger aus der Privatwirtschaft zum Außenseiter im Lehrkörper prädistiniert erscheint) und starken jungen Männern, die sich nicht „schulmeistern“ lassen wollen. Die Tageszeitungen sind voll von den Videos, die die Jugendlichen aufgenommen und auf Youtube verbreitet haben. Die elektronischen Medien für jederman machen so etwas möglich, und sind einerseits als Dokumentation möglicher Schutz (Stichwort Bodycams in der Exekutive), andererseits aber auch eine Waffe, mit der unbeliebte „Gegnerschaft“ bloßgestellt, beschämt, tyrannisiert, gestalkt und psychisch fertig gemacht werden kann – so wie das ja auch Medienkampagnen können.

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