Einträge von Rotraud A. Perner

Human-Accessoires

Da lese ich doch am 17. 9. auf Seite 25 im Kurier, dass es wiederum modern geworden wäre, dass Mütter und Töchter im Partnerlook aufträten. Dazu wird eine Modehistorikerin zitiert, die darin einen Ausdruck von zunehmender Höherwertigkeit von Familie sieht – und dass wohlhabendere Frauen mehr Zeit zum Nähen bzw. Shoppen dieser Designs hätten. Ich […]

Leibesfülle

Es gibt viele Formen von Gewalt, aber eine davon ist besonders fies: Menschen wegen ihrer Körperlichkeit zu diskriminieren. Brava, Martina Rupp, dass Du Dein Leid öffentlich gemacht hast. („War arme Sau“ – ORF-Star über Schlankheitswahn im TV – Tv | heute.at) Viele Spötter – leider auch Spötterinnen – fühlen sich nämlich ganz im Recht, wenn […]

Unerträglichkeit

Der 10. September ist der Weltsuizidpräventionstag – und ich bin schon neugierig, wie er sich in den Medien widerspiegeln wird. Vermutlich mit Hinweis auf Statistiken und Beratungseinrichtungen. Aber reicht das? Sterben ist ja heutzutage – in einer Zeit der Jugendvergötterung, Altersabwertung und Krankheitsverachtung – das Tabuthema, obwohl der Mangel an Pflegekräften und deren zunehmender Fortbildungsbedarf […]

„Kränkung“ missinterpretiert

So beeindruckend die TV-Serie „Die Macht der Kränkung“ vermitteln konnte, wieviel Leid Menschen anderen aus Bosheit, Rache oder einfach sozialer Inkompetenz zufügen können, so unzulänglich zeigte sich der Versuch einer zusätzlichen Aufarbeitung des dargestellten Phänomens in der nachfolgenden TV-Diskussion. Das lag nicht an den teilnehmenden sogenannten ExpertInnen, egal ob sie aus der Antigewalt-Politik oder aus […]

„Lange keinen Sex gehabt“

In den Salzburger Nachrichten vom 7. September, Seite 19, wird die Rechtfertigung des wegen Vergewaltigung einer 44jährigen, der er „Hilfe beim Übersiedeln“ angeboten hatte, rechtskräftig zu zwei Jahren Haft (vier Monate davon unbedingt mit Psychotherapie-Auflage) verurteilten 20jährigen mit „Ich hatte schon so lange keinen Sex mehr“ berichtet. Bei der – leider durchaus üblichen – Formulierung […]

Tag der Currywurst

Der 4. September sei der Tag der Currywurst, lese ich heute im Standard (Seite L 3), und auch, dass dieses das „inoffizielle Nationalgericht“ der Deutschen sei. Nun plane ich seit 14. August zu „Currywurst“ einen Brief gegen Gewalt zu schreiben – als Beispiel für mentale Gewalt. An diesem Samstag fiel mir nämlich in der Karriere-Beilage […]

Flüchten – Vom Wollen und Müssen

Herbert Lackner hat eine beeindruckende Trilogie verfasst: „Die Flucht der Dichter und Denker – Wie Europas Künstler und Wissenschaftler den Nazis entkamen“, „Als die Nacht sich senkte – Europas Dichter und Denker zwischen den Kriegen – am Vorabend von Faschismus und NS-Barbarei“ und „Rückkehr in die fremde Heimat – Die vertriebenen Dichter und Denker und […]

Mythos Empathie

Es gibt Eigenschaften von denen jedermensch glaubt sie zu besitzen bzw. in die Tat umzusetzen. Respekt etwa: Wenn man jemanden, der einen überheblich abkanzelt, mit „Bitte behandeln Sie mich respektvoll“ zu mehr Selbstreflexion auffordert, folgt meist empörter Widerspruch „Aber das tue ich doch!“ und beweist damit, wie gerechtfertigt die ursprüngliche Höflichkeitsbitte war (wobei ich persönlich […]

Kunst oder Kultur?

Da flattert mir soeben die online-Werbung für das morgige Profil 35/21 auf den Bildschirm und kündigt mit „Über die Kunst sich zu entschuldigen. Oder auch nicht.“ seine aktuelle Titelgeschichte mit Bildern von HC Strache, Kurt Waldheim, Johannes Paul II und Placido Domingo (die anderen kann ich auf Grund der Kleinheit des Fotos nicht erkennen) an. […]

Cancel-Culture-Rausch

Da schrieb doch ein Anonymus an Spencer Cox (* 1975), den Gouverneur von Utah, er möge doch seinen „obszönen“ Familiennamen ändern, denn viele seien angewidert, klinge er doch wie „cock“, einem Vulgärausdruck für Penis. Ja geht’s denn noch? Das erinnert mich an den Spruch, der Bleistift wäre schuld an den Rechtschreibfehlern … und an den […]