Der 3. Mai ist der Internationale Tag der Pressefreiheit, und so kritisiert Rubina Möhring, Präsidentin von Reportern ohne Grenzen,  in den Salzburger Nachrichten von heute, dass es in Österreich noch immer das „Machtspielzeug Amtsgeheimnis“ gibt. „Machtspielzeug für wen?“ frage ich – denn jede individuelle Freiheit endet dort, wo sie die individuelle oder kollektive Freiheit anderer beengt oder gar vernichtet.

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Humor, das habe ich im Buch „Heilkraft Humor“ zu zeigen versucht, besteht nicht im Witze machen und auch nicht darin, sich alles gefallen zu lassen, sondern in einer bewussten und kreativen Art auf Ereignisse, die emotional bewegen, zu reagieren. Und ich habe auch versucht, die Unterschiede zwischen Albernheit, Ironie, Parodie, Satire, Witz etc. zu verdeutlichen.

Aber grundsätzlich liegt es daran, einen geistigen Rösselsprung zu vollziehen um nicht auf plumpe Aggressivität zurückzugreifen, wenn einem oder einer etwas nicht passt – vorausgesetzt es liegt eine Situation vor, in der man genug Zeit hat zu reden. Bei körperlichen Attacken ist das nicht der Fall.

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Bundeskanzler Mag. Christian Kern lässt sich mit Untertitel „Versteckte Kamera“ als Pizzabote im (vermutlich) Gemeindebau ablichten. Als ich das Video mit Absende-Adresse Georg Niedermühlbichler SPÖ zugespielt bekam, war ich sehr verwundert, ja sogar befremdet: Das ist nicht der Stil, den ich von einem seriösen Politiker erwarte, dachte ich (nicht einmal im Wahlkampf).

Wäre diese Aktion am Faschingsdienstag gelaufen, hätte ich gelacht und das als gelungenen Gag empfunden (auch wenn, wie nun aufgedeckt wurde, der Empfänger der Pizza ein SPÖ-Funktionär und Kandidat mit überraschend wohlaufgeräumter Wohnung ist).

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Manchmal fühle ich mich an ein Pingpong-Spiel erinnert, wenn „Schlag auf Schlag“ Kopftuch – Kreuz – Bibel – Koran – Thora etc. gegeneinander aufgerechnet werden. Jetzt kommt wieder einmal eine aufgefrischte alte Diskussion dazu: Religionsunterricht gegen Ethikunterricht, Verpflichtung gegen Freiwilligkeit … alles gut geeignete Themen, um Emotionen hoch gehen zu lassen.

Lisa Nimmervoll schreibt dazu im heutigen Standard, Ethikunterricht als „Ersatzdienst“ für die „vom rechten Glauben Abgefallenen“ sei als „Bestrafung“ für bewusst gewählte Religionsfreiheit eine Zumutung und geschichtsvergessen. Ich stimme ihr zu – aber ich konkretisiere: Religionsfreiheit – und die inkludiert auch das Recht, keine Religion („Bindung“) haben zu wollen – bedeutet auch, Religion „bekennen“ zu dürfen. Gerade 2017, dem Jahr, in dem wir an 500 Jahre Reformation und Protestantismus erinnern, heißt Geschichtsbewusstsein auch Gedenken an Religionsverbote: Protestantenverbrennungen, Protestantenvertreibungen (unter zwangsweiser Zurücklassung der Kinder zwecks Rekatholisierung), Verbot eigener Gotteshäuser bzw. ihrer straßenseitigen Sichtbarkeit … heißt aber auch Gedenken an protestantische Fehlhaltungen und Fehlhandlungen.

Geschichtsbewusstsein bedeutet aus meiner Sicht, im Religionsunterricht nicht eine Religion vorzustellen und – wie oft zu Recht befürchtet – (mit Notendruck) zu propagieren, sondern Religion allgemein und in spezifischen Unterschiedlichkeiten darzustellen. Das gebietet das soziale Bekenntnis zu gegenseitiger Wertschätzung als Beitrag zu mehr Frieden (und Achtsamkeit auf die individuelle spirituelle Gesundheit, wie sie auch von der Weltgesundheitsorganisation gefordert wird) in einer immer stärker global vernetzten Welt.

Meist werden ja die Begriffe Glaube, Bekenntnis, Religion, Religionsgesellschaft bzw. Kirche und dazu noch Spiritualität undifferenziert gleichgesetzt. Allein diese gedankliche Mixtur gehört im Sinne einer bewussten Wahl auseinander geklaubt. Man könnte pointieren, diese Vermengung ergäbe sich aus dem Allumfassungs-Anspruch der katholischen Kirche – katholisch heißt ja allumfassend. Aus meiner Sicht sollte Religionsunterricht jedoch im Sinne von Religionswissenschaft konzipiert sein – mitsamt den Überschneidungen zum Geschichts- und Philosophieunterricht. Und er könnte in einem ganzheitlichen Ethikunterricht beheimatet sein – oder umgekehrt auch in jedem der zitierten Fächer. Das ist nur eine Frage des Lehrplans und der verfügbaren Stundenanzahl.

Ich schließe mich nicht denjenigen an, die Ethikunterricht als Unterrichtsprinzip ablehnen. Ethikfragen gehören in jedem Fach und in jedem Bereich gestellt!

Als ich in den 1990er und 2000er Jahren „Didaktik der Gewaltprävention“ an der Universität Wien unterrichtete, konnte ich aufzeigen, wie in jedem Unterrichtsfach die Phänomene von Gewalt ebenso thematisiert werden können, wie ihre Motive und ihre Verhütung. Ich plädiere nach wie vor dafür, Gewaltprävention als Unterrichtsprinzip – und ebenso als Basis aller gesellschaftlichen Bemühungen – zu verankern. Darum geht es ja doch auch bei allen ethischen Fragestellungen. Dann stellt sich die Frage Religions- oder Ethikunterricht vermutlich nur mehr aus dem Rückwärts-Blick durch das Teleskop der Zeit. Gefragt ist aber der Vorwärts-Blick auf die zunehmenden Verhaltensweisen, die zu Besorgnis Anlass geben.

Die äußerlichen Bekenntnis-Zeichen zu verbieten, löst das Problem nicht. Es werden nur alternative Formen erfunden und vermarktet werden. 2017 etwa propagieren die Modeschöpfer „Statement-T-Shirts“.

Der vietnamesische Arzt hatte sich gewehrt, wie wir den Tagesmeldungen ab 12. April entnehmen konnten: Zuerst dagegen, dass er wegen der Überbuchung aus dem Flugzeug der United Airlines aussteigen sollte, dann gegen seine gewaltsame Entfernung durch drei an Bord gerufene Polizisten. Wegen der Folgen – Gehirnerschütterung, gebrochene Nase, zwei ausgeschlagene Zähne – werde er nun die Fluglinie klagen, hieß es tags darauf. Und kurz darauf wurde publiziert, dass dem alten Mann (69 Jahre!) 10 Jahre lang seine Arztapprobation in den USA entzogen worden war und er wegen illegaler Rezeptausstellung auf Bewährung verurteilt worden war und sich in dieser Zeit als Pokerspieler seinen Lebensunterhalt verdient hatte. (Bei Ex-Tennis-Ass Boris Becker wird dieser Art des Gelderwerbs applaudiert.)

Ich frage mich: Hat sich da jemand mit „anrüchigen“ Vergangenheitsinformationen Geld verdienen wollen – oder schlägt das Imperium Fluglinie untergriffig zurück, um „präventiv“ für die Schadenersatzforderungen den Kläger anzupatzen?

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Üblicherweise hat jeder Mensch eine Idealvorstellung von sich selbst, und die hängt weitgehend von der erfahrenen Namensgebung ab. Von dem berühmten Soziologen Norbert Elias stammt der Satz, „Gib einer Gruppe einen schlechten Namen und sie wird ihm nachkommen“ (in „Etablierte und Außenseiter“).  So gab ein schwer misshandeltes 4jähriges Mädchen, als es von den Fürsorgebeamten um seinen Namen gefragt wurde, den Namen „Idiot“ an (http://edition.cnn.com/2016/08/18/health/arkansas-abused-child-trnd/). So etwas ist meist ein echter Fluch – was bedeutet, dass er mit großer Wahrscheinlichkeit in Erfüllung gehen wird.

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Eine freiberufliche Deutschlehrerein am Berufsförderungsinstitut (BFI) der Steiermark will gegen dessen Kopftuchverbot klagen und die Geschäftsführung kontert mit Hinweis, sie stehe zu dem „Neutralitätsgebot“ (lese ich soeben in orf.online).

Ich sehe in dieser Art von Neutralität in religiösen oder anderen weltanschaulichen Fragen einen schweren Rückschritt in der mühsam erkämpften Religionsfreiheit (aber auch Meinungsfreiheit). Religionsfreiheit bedeutet – und das kann nicht oft genug betont werden – die Akzeptanz jedes religiösen Bekenntnisses, besonders jedes staatlich anerkannten, und ebenso die Freiheit, keines zu haben. Die Grenze sollte nur das Strafgesetz sein.

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Donald Trump hätte Angela Merkel den üblichen Händedruck vor Fotografen verweigert, war da in den letzten Tagen zu lesen – aber zuletzt hat er sich dann doch überwunden … und sein Image als unberechenbarer Revolutionär (zumindest der Benimm-Sitten) erneuert.

Einem anderen die Hand zu geben, bedeutet die Überprüfung zu ermöglichen, dass sich darin keine Waffe befindet. Dem diente auch der römische Gruß in der Antike (und der heute verbotene „deutsche“ des Dritten Reichs), und wird schon von kleinen Kindern verlangt – und weil man denen solche Verletzungen ihres Reviers durch fremde Leute nur mit Mahnung bis Drohung beibringen kann (denn liebe Bekannte begrüßen sie anders, auf Kinderart eben), mahnen und drohen diese dann später als Erwachsene, wenn jemand dieser „Etikette“ nicht folgt.

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Ein verheirateter Lehrer hat ein Verhältnis mit einer 13jährigen Schülerin begonnen und muss sich jetzt strafrechtlich verantworten, war heute in der Tagespresse zu lesen. Es wäre eine Liebesbeziehung gewesen, sagen beide. Aber Liebe ist eines und Geschlechtsverkehr ist etwas anderes – und meist ist beides nicht miteinander verbunden.

Liebe wohnt im Herzen – sie macht das Herz weit und warm, und wenn man keine Ahnung hat, wie man auf tantrische Art diesen Energiezuwachs zelebriert und dehnend steigert, dann flutscht diese Potenz schnurstracks in die Genitalien, wird dort aus-gedrückt und weg ist sie … und viele wollen dann möglichst bald Wiederholung, weil sie sich unbefriedigt fühlen, „es war noch nicht genug“ – und suchen wieder nach Sex und erkennen nicht, dass eigentlich das „Loch im Herzen“ unerfüllt geblieben ist.

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In der Psychoanalyse bedeutet Projektion die „Abwehrform“, eigene Seelenanteile oder Verhaltensweisen in jemand anderen „hinein zu werfen“ (so die lateinische Bedeutung von „proicere“). Abwehrformen sind unbewusste Versuche, unangenehme Selbstwahrnehmungen zu vermeiden – wie es ganz ähnlich schon in der Bibel heißt: „Was siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge und nimmst nicht wahr den Balken in deinem Auge?“ (Matthäus 7,3)

Derzeit können wir solche Projektionen beobachten, wenn der türkische Präsident und seine Minister vor allem Deutschland (und Österreich mitgemeint) immer wieder als Nazis oder Angela Merkel sogar als „Frau Hitler“ bezeichnen.

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