Briefe gegen Gewalt

Halt! Gewalt!

Drei jugendliche afghanische Asylwerber haben eine türkische Austauschstudentin nächtens auf der Damentoilette am großen Wiener Verkehrsknotenpunkt Praterstern brutal vergewaltigt – und in den Zeitungen wurde die Frage erhoben, wieso die Burschen um diese Zeit unterwegs sein durften und nicht, wie vielfach verpflichtend vorgeschrieben, in ihren Unterkünften waren. Weiters wurde die Polizei kritisiert, die trotz angeblicher hoher Präsenz an diesem bekannten Gefahrenort erst auf die Hilferufe der Begleiterin der Studentin, die diese verletzt am Boden liegend vorgefunden hatte, aktiv geworden sei … Wer allerdings das Areal des Bahnhofs kennt, weiß, dass damit Unmögliches eingemahnt wird: Man müsste vor jede WC-Anlage einen Security stellen, und auch der kann attackiert, verletzt, überwältigt werden, wie die Erfahrungen von Nachtlokalen immer wieder zeigen.

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Halt! Gewalt!

Man müsse Böhmermann in Aktion erlebt haben, dann wäre wohl klar, dass seine Erdogan-Schmähungen bloßer „Schmäh“ wären, sagte mir eine Freundin, und da ich nur das in der letzthin zitierten Boulevard-Zeitung kenne, wäre meine Kritik übertrieben – sehr wohl kritisieren müsse man aber den „Kniefall“ von Kanzlerin Merkel am gewünschten Helfer gegen den Flüchtlingsstrom.

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Halt! Gewalt!

Die Zeitung ÖSTERREICH hat heute das inkriminierte Böhmermann-Gedicht abgedruckt. Ich war entsetzt.

Zwar hatte ich in den Zeitungen der letzten Woche gelesen, dass der türkische Staatspräsident Erdogan von Deutschland die strafrechtliche Verfolgung dieses „Satirikers“ verlange und nunmehr die Freiheit der Kunst diskutiert werde … und war da natürlich klarerweise für Meinungsfreiheit und Schutz von Künstlern. Nun kenne ich den Text – nur von Kunst merke ich nichts – außer im äußersten Wohlwollen vielleicht, dass der Text gereimt ist.

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Halt! Gewalt!

Das Wort Ausgrenzung hat einen verpönten Beigeschmack – es ist zu oft politisch missbraucht worden: Einerseits nütz(t)en es die sogenannten Rechtspopulisten, um sich damit zu beklagen, dass sie nicht in Entscheidungsgremien zur Mitgestaltung eingeladen worden waren und auch um Schuldgefühle zu ihren Gunsten zu erregen; andererseits wird es zum Beweis der Notwendigkeit von Selbstschutz vor Eindringlingen herangezogen.

Überprüft man die jeweilig beabsichtigte Botschaft, zeigt sich, dass es an der Kürze dieses Schlag-Wortes liegt, weshalb seine Verwendung so oft einen Aufschrei der Empörung auslöst – und an der Person, die es gebraucht. Ist diese nämlich sozial hoch anerkannt – oder verfügt über Funktionen oder wenigstens Titel, die Autorität vermuten lassen – werden deren Grenzziehungsversuche nicht mehr kritisch beobachtet.

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Halt! Gewalt!

Ein 5jähriger Bub habe eine Gleichaltrige im Kindergarten sexuell belästigt, teilt mir ein Journalist am Telefon mit und fragt, wie man mit “so etwas” umgehen sollen.

Zuerst einmal klären, was konkret vorgefallen sei, sage ich, denn sonst bleibe es der individuelle Phantasie überlassen, was manfrau sich darunter vorstelle. Er habe ihr einen Legostein in den Slip gesteckt, lautete die Antwort.

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Halt! Gewalt!

“FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache forderte via Facebook ein radikales Vorgehen gegen ,radikale Islamisten’ ”, lese ich heute im Kurier, „,Räuchert die ,Islamisten-Nester aus’, ermunterte er seine zahlreichen Internetfreunde.”

Das hat mich schockiert. Lese ich doch gerade das Buch “Selbststeuerung – Die Wiederentdeckung des freien Willens” des Freiburger Neurobiologieprofessors Joachim Bauer. Darin schreibt der renommierte Arzt und auch Psychotherapeut über die sogenannten Resonanzphänomene:

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Halt! Gewalt!

Wenn ein Nichtarzt wagt, öffentlich medizinische Diagnosen zu stellen, reagiert die Ärztekammer üblicherweise mit Anzeigen wegen Verletzung des Ärztegesetzes. Nun hat ein dazu nicht lizensierter Arzt gewagt, eine psychotherapeutische Diagnose zu stellen – und es bleibt zu befürchten, dass ihm diese Kompetenz nicht abgesprochen wird.

Ich will das hiermit tun!

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Halt! Gewalt!

Üblicherweise denkt man bei mentaler Gewalt an chinesische Geirnwäsche-Folter … oder auch an die geistige Gleichrichtung, wie sie in der Propaganda des Dritten Reichs oder anderen autoritären Staatsformen eingesetzt wurde.

Aber auch in der Politpropaganda findet man Beispiele, wie geistige Inhalte „eingetrichtert“ werden – z. B. wenn auf Plakaten Botschaften in der Ich-Form zur Identifikation verführen sollen. Ich erinnere mich da an SPÖ-Plakate … Gewaltverzichtend wären hingegen Formulierungen wie „Wir setzen uns für … ein“ oder „Wir stehen für …“ – aber da muss man dann auch Inhalt vorweisen können.

Wer anderen etwas einzureden versucht, will damit gedanklichen Gehorsam erzwingen – und sich kritisches Infragestellen ersparen.

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Halt! Gewalt!

Nein – es geht nicht um das legendäre Bronner-Merz-Qualtinger-Kabarett dieses Namens.

Es geht um Vorurteile.

Wir haben sie alle – und grundsätzlich sind sie auch nicht schlecht. Sie verhelfen uns zu blitzschnellen spontanen Distanzierungen – oder aber auch zu, leider vielfach unberechtigtem, Vertrauen (beispielsweise bei HeiratschwindlerInnen). Sie gehören immer unter Einsatz von Vernunft überprüft – denn sonst bleiben sie Phantasiegebilde. Sie bilden dann oft die Wurzel von Verfolgungsideen – aktiven (Stalking) wie auch passiven (paranoide Wahnvorstellungen).

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Halt! Gewalt!

Fasching bedeutet Narrenfreiheit – dennoch zeigt sich: Der Schelm ist wie er denkt. Daran musste ich denken, als ich heute, zwei Tage nach dem Opernball, in der Zeitung ÖSTERREICH las: Großer Titel: “Scherz am Opernball wird zu Polit-Eklat”, kleiner Titel: “ORF-Star spottet über FPÖ-Politikerin live im TV” und noch kleiner: “ORF entschuldigt sich halb für Weichselbraun”, denn “In der FPÖ fühlt man sich gemobbt und wittert ein Vorsatzdelikt.”

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