Einträge von Rotraud A. Perner

Kopfbedeckungen

Die glückliche Mutter des Wiener Neujahrbabys war mit dem traditionellen muslimischen Kopftuch abgebildet – und erntete deswegen einen Shitstorm an Hasspostings und ihr kleines Mädchen sogar Todesdrohungen.

Was hat die Hater so aufgestachelt? Das Kopftuch – oder das Liebesglück der Mutter? Ist es also „nur“ Neid? […]

Spaßwahlkampf?

Am 28. Jänner wählt Niederösterreich den Landtag neu, und die Spitzenkandidatin der Grünen, die Tierärztin Helga Krismer, posiert auf einem Wahlplakat in frei nachempfundener Maske als Prinzessin Leia aus dem Film „Krieg der Sterne“. Ungewohnt … Aber wir sind ja im Fasching. Und in jeder Werbung gilt es vor allem aufzufallen […]

Kritisieren – aber richtig

Es ist ja normal, d. h. gesund, üblich und (außer von autoritären Personen) gerechtfertigt, dass man Kritik übt, wenn einem etwas nicht gefällt – wenn es der eigenen Weltanschauung – Religion und Parteizugehörigkeit mitgemeint – widerspricht oder gar eigene Werte verletzt. Man sollte sich allerdings bewusst sein, dass es immer auch gegensätzliche wie auch neutrale, also beides im Blickfeld behaltende, Positionen gibt […]

Zwang und Solidarität

Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn bezieht Kontrastellung gegen die EU-Mitgliedsstaaten, deren Vertreter selbst entscheiden wollen, ob und wieviel Asylwerber und Flüchtlinge sie aufnehmen wollen (Österreich mitgemeint) und macht sich dafür stark, diese dazu zu zwingen – denn deren Weigerung widerspräche dem Solidaritätsgedanken in der EU (www.krone.at/1599695 und 1603084).

Solidarität ist aber immer eine freiwillige Haltung wie auch Handlung.

Einäugigkeit

Meine „Briefe gegen Gewalt“ seien einseitig, kritisierte mich vor etlichen Wochen, als noch Wahlkampf war, eine Journalistin, die Anfang der 1990er Jahre im Audimax der Salzburger Universität meine Studentin war. Wie sie das meine, fragte ich zurück, und sie antwortete, ihr falle auf, dass ich vor allem meine eigene Partei kritisiere, nicht aber die anderen. Ich klärte sie daraufhin auf, dass mein Ziel bei diesen „Briefen“ nicht personbezogene Parteikritik sei, sondern inhaltbezogene Gewaltkritik […]

Polit-Erben

Es gibt Nachkommen, die sich jahrelang auf ihre Erbschaften freuen, ja sogar in der Kunst des Erbschleichens üben. Andere wiederum schlagen Erbschaften aus – meist dann, wenn diese „überschuldet“ ist, was bedeutet, dass die Erblassenden allzu stark auf Pump gelebt haben. Und wiederum andere treten solche Erbschaften unwissend oder aber auch bewusst an und zahlen dann jahrzehntelang die Schulden der Vorfahren ab … und werden meist als „schön blöd“ verspottet […]

Dominanz

Da lese ich doch heute (27. 12.) auf XING News Empfehlungen, Titel: „Mit diesen subtilen Machtgesten gewinnen Sie jede Diskussion“ – und was finde ich da?
Kurz gesagt: Blickkontakt vermeiden – das mache einen unnahbar und überlegen – und in winzigen Schritten Revierverletzungen setzen – das schüchtere ein und fördere Unterlegenheitsgefühle.
Also noch kürzer gesagt: Demonstrierte soziale Inkompetenz.

Weihnacht

Als sie zu dem neugeborenen Jesuskind kamen, brachten die drei Sterndeuter – also Astrologen, später zu „Königen“ entschärft – Weihrauch und Myrrhe, duftende Kostbarkeiten, mit (Matthäus 2, 1–12). Dieses Räucherwerk diente traditionell zur Vertreibung von Dämonen und Schutz vor bösen Geistern […]

Achtsamkeit

Wir leben in einer Zeit der Schlagworte – „Eyecatcher“ oder auch „Earcatcher“, wenn sie uns „um die Ohren geschlagen“ werden oder „die Augen aushauen“ und quasi „ blind“ machen. Mit dem Wort „blind“ wird im Deutschen der Automatismus angesprochen, dass bei starker emotionaler Erregung die Vernunft schrumpft bis verschwindet: blind vor Angst, blind vor Wut, […]

Code Of Contact

Von Joachim Ringelnatz gibt es ein Gedicht („Die Riesendame der Oktoberwiese“), darin heißt es gegen Ende: „Da nahte sich mit wohlgebornen Schritten / Der Elefant vom Nachbarzelt. / Und sagte: „Emmy, schwerste Frau der Welt, / Darf ich um einen kleinen Beischlaf bitten?“ / Diskret entweichend konnte ich noch hören: / „Nur zu! Beim Essen kann mich gar nichts stören!“

Daran musste ich denken, als ich heute im Standard den Bericht „Schweden sollen vor Sex um Erlaubnis bitten“ […]