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Themenschwerpunkte
Gewalt im Beruf


Eine leider ständig steigende Gewalttat in der Berufs- und Wirtschaftswelt ist MOBBING.

Mobbing ist ein Prozess! Eine Anreihung von ungerechtfertigten Maßnahmen von Vorgesetzte(n) und/oder Kollege(n) mit dem Ziel das auserwählte „Opfer“ psychisch und pyhsisch unter Druck zu setzen.

Mobbing äußert sich u.a. in Feindseligkeiten, Schikanen, Benachteiligungen, Isolation und diversen Terrorakten gegenüber einem Befroffenen.

Mobbing ist kein Einzelkonflikt, sondern eine ganzheitliche konfliktbelastete Kommunikation, bei der die betroffene Person direkt oder indirekt angegriffen wird.

Auf Grund der Austragungsorte unterscheiden wir:

Arbeitsmobbing  und Schulmobbing
Hier unterscheiden wir jeweils wieder zwischen:
allgemeinem Mobbing  und sexuell bedingtem Mobbing

Weiters ist zu unterscheiden:

Mobbing von „oben nach unten“ (Bossing) = Vorgesetzter mobbt Untergebenen um ihn vom Arbeitsplatz zu verdrängen
Mobbing von „unten nach oben“ (Staffing) = Mitarbeiter mobbt Vorgesetzen um ihn zu diffamieren
Mobbing in gleicher Ebene = Zwischen Mitarbeitern auf Grund Ursachen wie z.B. ungerechte Personalpolitik, Neid, Missgunst, usw.
Rudelmobbing  = die Meute sucht sich ein schwächeres Oper um Agressionen abzuladen

Mobbing sind direkte und indirekte Angriffe auf eine Person und zwar:

  • Auf die Möglichkeit sich mitzuteilen
  • Auf die soziale Beziehung
  • Auf das soziale Ansehen
  • Auf die Qualität der Berufs- und Lebenssituation
    Auf die Gesundheit
  • Auf materiellen Besitz
  • Auf die Privat- und Intimsphäre

Nicht alle Angriffe und Konfliktsituationen im betrieblichen Bereich sind dem Begriff Mobbing zuzuordnen. Die Auswirkungen sind aber oftmals die Selben. Vor allem leiden die Betroffen unter ähnlichen Symptomen.

Ziele von Mobbing:

  • Zwischenmenschliche Kommunikation zu zerstören
  • Zusammenarbeit zum Gemobbten einstellen
  • Soziale Beziehung und Ansehen zu vernichten
  • um einen Arbeitsplatz „frei“ zu bekommen
  • um Frust & Langeweile zu vertreiben
  • um aufgestaute Aggressionen abzubauen       

Mobbing kann überall und jedem passieren. Begünstigt wird dieses Phänomen jedoch bei:

  • Generell nicht sehr gutem Arbeitsklima
  • Bei niedrig ausgebildetem moralischen Niveau
  • Bei Monotonie und Langeweile
  • Bei Personalabbauplänen
  • Bei generellen sozialen Spannungen durch Bevorzugung von Mitarbeitern, ungerechten Personalentscheidungen, usw.
  • Bei schwachen, nicht informierten und speziell im Bereich der sozialen Kompetenz nicht gut ausgebildeten Führungskräften

Die Initialzündung ist meist ein Konflikt der nicht richtig ausgetragen und bereinigt wurde.
Konflikte selbst sind an und für sich nichts Negatives und passieren auch immer und überall. Konflikte sollten eigentlich der Anstoß zu einer positiven Veränderung und Weiterentwicklung sein. Der Umgang mit einem Konflikt ist ausschlaggebend für den weiteren Verlauf und für die gesamte Unternehmenskultur.

Mobbingverlauf:

Nach Leymann gibt es 5 Phasen des Mobbingverlaufs, Abweichungen sind möglich, ebenso wie Verlaufsänderung:

  • Konflikt: hier ist es am „einfachsten“ die Mobbingspirale zu unterbrechen. Es greifen Präventionsmaßnahmen am besten. Passiert hier nichts, geht es relativ schnell in den eigentlichen Mobbingverlauf über:
  • Psychoterror: in dieser Phase stellen sich schnell die ersten Mobbing-Symptome und Auswirkungen ein: Stress, Krankheit, Demotivation, usw. In dieser Phase kristallisieren sich die Managementfehler heraus.
  • Rechtsverletzungen: hier nimmt der „Flächenbrand“ seinen Lauf, es wird schon sehr schwer begangene Fehler zu beseitigen. Diverse Rechtsvertretungen schreiten ein. Betroffene werden zu klassischen „Opfern“.
  • Fehldiagnosen: das Opfer befindet sich in einer aussichtslosen Situation. Scham und Selbstzweifel hemmen die aktive Handlung. Das Opfer wird aktiv in die Täterrolle gedrängt. Medizinische Hilfe stößt auf Grenzen, da Mobbingauswirkungen oft nicht als Krankheitsbild diagnostiziert werden.
  • Ausschluss: die Endstation aus der Arbeitswelt, gebrochenes Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl, schwerwiegende körperliche und vor allem seelische Schäden mit Spätfolgen. 

Mobbingfolgen und –schäden:

Die Endstation eines Mobbingprozesses: AUSGRENZUNG!

  • Abschieben und Kaltstellen (internes Abstellgleis)
  • Fortlaufende Versetzungen
  • Kündigung und Entlassung (Frühpension)
  • Schwerwiegende Krankheiten

Persönliche Auswirkungen von Mobbing:

  • Plötzlich auftretende Krankheiten, Unwohlsein, Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Migräne, Herz-Kreislaufbeschwerden, Magen- Darmprobleme, Rheuma und Wirbelsäulenbeschwerden.
  • Seelische Krankheiten (Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Depression, allgemeine und spezielle Angstzustände)
  • Suchtverhalten (exzessiver Kaffeegenuss, Tabletten- oder Alkoholsucht, Mager- oder Fettsucht)
  • Mögliche Endstation Suizid

Abgesehen davon verliert der Betroffne jegliche Arbeitslust, leidet unter Antriebslosigkeit und am sozialen Abstieg. Unternehmensprobleme werden ins Privat- und Familienleben übertragen und sind hier Ursache für weitere Probleme.

Auswirkungen für Unternehmen:

  • Qualitative und quantitative Verschlechterung des Arbeitsergebnisses vor allem von der betroffenen Person, aber auch von den Mobbingtätern, da diese ja nun eine „Nebentätigkeit“ haben.
  • Verschlechterung des Arbeitsklimas
  • Leistungsausfälle durch Krankenstände
  • Belegung von Unternehmensressourcen durch den Mobbing Fall (Personalvertretung usw.)
  • Finanzielle Nachteile durch ev. Abfertigungs- und/oder Schadenersatzzahlungen
  • Verlust von Image und Ansehen (Unternehmenskultur / Unternehmensphilosophie)

Gesamtwirtschaftliche Auswirkungen:

Durch die Keimzelle eines Mobbingfalls werden nach und nach personelle und finanzielle Ressourcen verbraucht. Ehemals gesunde und tatkräftige Menschen benötigen ärztliche Hilfe, Medikamente, Therapien, Beratungseinrichtungen, bis hin zu Leistungen wie Krankengeld und Arbeitslosengeld.

Diesen Bereich muss die gesamte Wirtschaft in Form von Steuern und/oder diversen Geldleistungen tragen!

Gesellschaftspolitsche Auswirkungen:

Das immer weitere Umgreifen von Mobbing lässt auf eine tatsächliche Verrohung der Gesellschaft schließen. Zusammenhalt und Teamgeist sind sehr zarte Pflänzchen.

Durch Mobbing werden prognostizierte Wirtschaftsaufschwünge ebenso nach unten gedrückt wie eine allgemeine Antriebslosigkeit, Demotivation und Desinteresse um sich greift.

Wenn das menschliche Wohlbefinden und Harmoniebedürfnis so nachhaltig attackiert wird, wenn Menschen bei ihren grundlegenden Existenzängsten (Arbeit = Einkommen = Lebensstandard) gepackt werden, schwindet auch die Lust an der gesellschaftlichen und politischen Mitwirkung (z.B. Wahlbeteiligung)

Juristische Maßbnahmen:

Momentan gibt es keine einheitliche gesetzliche Grundlinie für allgemeines Mobbing.

Sehr wohl gibt es Gesetze im Rahmen von Gleichbehandlung und sexueller Belästigung. Weiters sind verschiedene Tatbestände im Rahmen des allgemeinen Strafgesetzbuches abgedeckt.

Die große Grauzone im Bereich des Mobbings ist jedoch auch juristisch schwer erfassbar und schwer abgrenzbar. Es liegen einige Präzedenzfälle vor.

These:

Mobbing ist die Volkskrankheit Nr. 1! Gerade in den letzten Jahren, gezeichnet von Umbrüchen in der privaten und öffentlichen Wirtschaft, nahm dieses Phänomen überhand. Meist wird Mobbing in der Anfangsphase nicht als solches erkannt. Bei weiterem Fortschritt sind die „Opfer“ oft schon so eingeschüchtert und/oder demotiviert, dass keine aktive Hilfe in Anspruch genommen wird. Das Wissen um aktive Hilfe bei Mobbing ist meist äußerst unzureichend.

Autorin: Karin Eder

WAS TUN?

  • Behandeln Sie Konflikte sofort
  • Setzen Sie sich zu einem vertraulichen Gespräch mit der/dem jeweiligen Mobbingbeauftragten von Arbeiterkammer oder Gewerkschaft in Verbindung
  • Besprechen Sie Ihre Situation mit Personalvertretung oder Betriebsrat
  • Kontaktieren Sie einen dementsprechend ausgebildeten Coach oder PsychotherapeutIn  (Halt! Gewalt! vermittelt professionelle Unterstützung!)

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