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Themenschwerpunkte
Gewalt gegen Ausländer


Vorurteile

Unlängst stellte ich die Frage hinsichtlich des Begriffs "Kriminalität". Es bestätigte sich sofort das Vorurteil: "Üblicherweise denkt der Durchschnittsösterreicher bei dem Wort Kriminalität an Taschendiebstähle, Einbrüche, Raub und Totschlag". Und es bestätigte sich auch ein zweites Vorurteil: er denkt sich die Täter männlich und als Ausländer. Was das Geschlecht der Menschen betrifft, die Gewaltverbrechen begehen, stimmt das zwar – noch. Denn zunehmend ahmen auch Mädchen die medialen Gewaltvorbilder nach, bilden Banden und überfallen Schwächere. Wo hingegen Unterschiede bemerkbar sind, betrifft es die Motive: Mädchen und Frauen handeln eher zielgerichtet und weniger aus dem Affekt, Männer hingegen zeigen sich häufiger "wutentbrannt" – oder präziser: sie nehmen für sich das Recht auf Gewalttätigkeit als "normal" in Anspruch (und werden leider oft mimisch oder gestisch mit männlicher Anerkennung belohnt). Je nach Subkultur gehört dann der verbale Übergriff zu dieser "Norm", der körperliche (z. B. wenn "die Frau spinnt", heißt: sich nicht so verhält, wie es der – trotzig schweigende oder hilflos sprachlose – Mann erwartet, oder aber auch der sexuelle.

Den "ganz Anderen" – beispielsweise Ausländern – kriminelles Verhalten zuzuschieben, entlastet hingegen vom Blick auf die "eigenen" Verbrecher.

Rotraud A. Perner


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