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Univ. Doz. Dr. Karl Sablik
Niederösterreichische Landesakademie
Weil Gewalt umfassend ist, muss die Gewaltprävention und Gewaltintervention allumfassend sein. Gewalt betrifft praktisch alle Menschen, zwar je individuell aber doch gleichsam „flächendeckend“. Deswegen sollten die Maßnahmen gegen die Gewalt weltweit greifen; beginnen wir aber in Niederösterreich, unser Bundesland soll wieder einmal Vorreiter sein!
Die Crux mit der Gewalt basiert auf der jahrtausendealten Erfahrung, dass man mit Gewalt einiges erreichen kann und glaubt, mit diesem Wissen weiter agieren zu müssen. In der Geschichte der Gewaltforschung gibt es zwei Überlegungen: Gewalt ist ein menschlicher Trieb oder - Gewalt und Aggression entstehen durch Frustrationen, das heißt Erwartungsenttäuschungen, auf die man eben aggressiv reagiert. Menschen mit geringer Frustrationstoleranz sind gefährdeter – daher ruft die Frustrations- Aggressions- Theorie nach einer gesellschaftlichen Lösung des Problems. Sollte die Triebtheorie stimmen, so wird die Menschheit versuchen müssen, mit Triebbedürfnissen und den damit verbundenen Gefühlen zurechtzukommen. Ich bin der Meinung, dass eine Kombination der beiden Theorien der Wahrheit am nächsten kommt – die Forschung wird uns hier weiter bringen.
Gewaltprävention und Gewaltintervention werden in der Erziehung eine Rolle spielen, im Beruf und allgemein in der menschlichen Kommunikation. Gelegentlich hat man den Eindruck, dass sich unsere Medien zeitweise an Gewaltexzessen in der Berichterstattung begeilen – oder sich dies vom Konsumenten erwarten. Die Thematik der Gewalt reicht von der Enge des Zusammenseins in der Familie bis zur Ersatzbefriedigung des Nationalismus mit den traurigen Folgen eines Krieges.
Die NÖ Landesakademie wird das HALT! GEWALT! – Programm gemeinsam mit Frau Prof. Dr. Rotraud A. Perner durchführen. Ihre eingebrachte Erfahrung auf dem Gebiet der Gewaltforschung wird ebenso wichtig sein wie die schon laufenden Projekte der NÖ Landesakademie etwa hinsichtlich Kinderschutz und Frauenschutz. Wir versuchen, das „Dach“ über die gesamte Thematik darzustellen.
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