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Harald Knabl, Chefredakteur NÖN
Gewalt – dieses Stichwort verbindet man gerade in der jetzigen Zeit unvermeidlich mit Akten des Terrors, mit großen Gewalttaten, bei denen unzählige Menschen auf einen Schlag verletzt oder sogar getötet werden. Gewalt als schlimmste Ausuferung politischer, wirtschaftlicher oder gesellschaftlicher Unterdrückung, Gewalt als Aufschrei gegen grob empfundene Ungerechtigkeit, Gewalt als primitivste Form von Machtausübung.
Man vergisst dabei aber allzu leicht, dass sich die Keimzelle von Gewalt in jedem einzelnen Menschen und somit in jedem einzelnen von uns befindet und dass gerade in den kleinsten Einheiten unserer Gesellschaft – der Familie, der Freund- oder Verwandtschaft – mehr oder weniger offensichtliche Gewalttaten das Leben vieler unserer Mitmenschen (und teilweise wahrscheinlich auch von uns selbst) beeinträchtigen wenn nicht sogar zur Hölle machen.
Ich finde es daher mehr als notwendig, mit Aktionen wie HALT! GEWALT! auf diese heikle Problematik aufmerksam zu machen, das Bewusstsein dafür zu schärfen, durch entsprechende Aufklärung präventativ tätig zu sein und Hilfe anzubieten für all jene, die mit Gewalt konfrontiert sind – direkt oder indirekt.
Gerade die Medien können dabei natürlich ihre Rolle in zweierlei Hinsicht positiv wahrnehmen: indem sie die Berichterstattung über Gewalttaten möglichst sachlich und ausgewogen gestalten und parallel dazu Anti-Gewalt-Kampagnen bestmöglich unterstützen. Es steht für mich außer Zweifel, dass Gewalt in all seinen Facetten aufgezeigt und angeprangert werden muss, es geht aber immer um das WIE.
Aufgrund der Vielfältigkeit des Auftretens von Gewalt – schließlich gibt es ja auch so viele subtile Arten von Gewaltanwendung, die sich für Außenstehende unsichtbar gestalten, für den Betroffenen aber mindestens genauso schlimme Auswirkungen haben wie körperliche Gewalt – zieht sich die Thematik bis in die Gesundheits- und Freizeitressorts der Medien hinein. Gerade hier kann auch – auf unproblematische und sehr sanfte Art und Weise – Information und Hilfe geboten werden.
Das Gefühl zu vermitteln „Ich bin nicht allein mit meinen Problemen, ich muss mich ihnen stellen, ich weiß jetzt, wohin ich mich wenden kann“, ist – so glaube ich – ein wichtiges Anliegen von HALT! GEWALT! Als NÖN unterstützen wir die Aktion natürlich gerne und hoffen, dass diese Kampagne nachhaltig dazu beitragen wird, das Leben in unserer unmittelbaren Umgebung gewaltfreier und sozialer zu halten.
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