Hass im Netz

Halt! Gewalt!

Zuerst: Ich finde es gut, dass die Medienfrauen – ein österreichweites Netzwerk schreibender Frauen – zu einem Flashmob gegen sexistische Hasspostings in sozialen Medien vor der Wiener Karlskirche aufgerufen haben.

Und es ist typisch, dass es Frauen sind, die aktiv werden – denn Hasspostings betreffen auch Journalisten – nur neigen Männer dazu, als „standhafte Soldaten“ viel zu viel von eigentlich Unerträglichem auszuhalten, um Stärke und Unverwundbarkeit zu demonstrieren.

Wer diese Form von ausgedrücktem Hass erlebt hat, weiß, dass es sich dabei um eine gezielte Gesundheitsschädigung handelt: Aus psychotherapeutischer Sicht geht es weniger um juristische Sachverhalte und Tatbestände wie Üble Nachrede, Verleumdung oder gefährliche Drohung, sondern um Verletzung der persönlichen Identität, der existenziellen Sicherheit und der sozialen Anerkennung, die wir alle brauchen – also genau das, was den Tätern meist fehlt! Es kommt aber noch etwas dazu: Es wird ein quasi energetisches Bombardement losgelassen, das bei den Attackierten Hochstress auslöst – denn für das Gehirn ist psychische Gewalt ununterschiedbar von physischer Gewalt. Es sind dieselben Gehirnpartien, die diesen Schmerz registrieren und verarbeiten müssen.

Wenn sich nun beruflich erfolgreiche Frauen gegen diese Gesundheitsschädigung wehren, bedeutet das einerseits, sich nicht zum Opfer machen zu lassen, andererseits ihre Stresshormonausschüttungen auszuagieren und außerdem ein deutliches Signal der Grenzsetzung von sich zu geben.

Eigentlich wollte ich – obwohl nicht in Wien wohnhaft – an dieser Demonstration teilnehmen.

Ich habe es nicht getan – weil am vorgesehenen Tag noch ein Erinnerungsmail kam, man möge Transparente etc. mitnehmen. Diese Form ist mir zu aktionistisch – sie geht über eine klare Grenzsetzung hinaus: Werden nämlich auf diese Weise Energien vieler Menschen gebündelt, entsteht eine Kampfsituation – und genau diese Wirkkraft geistiger Felder (Claus Eurich)  gilt es zu vermeiden. Man darf sich nicht anstecken lassen.

Es gibt viele Methoden, wie man vermeiden kann, sich der Vernichtung durch  „psychologische Kriegsführung“ zu entziehen. (Das kann man z. B. in meinen Spezialseminaren – siehe www.salutogenese.or.at – lernen!)

Deswegen hätte ich einen Schweigemarsch empfohlen: Auch das ist Bündelung von Energie – aber verdichtet, diszipliniert, massiver, aber friedfertiger und damit wirkkräftiger.