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Harald Picker


Gewaltspiele verbieten?
Harald Picker

 

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Darüber diskutieren seit einiger Zeit Politiker, Medienfachleute, Psychologen, Soziologen und ähnliche Professionen.

Es ist unglaublich, dass dazu erst eine Menge von gesicherten wissenschaftlichen Untersuchungen befragt werden müssen, um eventuelle Einschränkungen der wirtschaftlichen Vermarktung dieser Blutorgien rechtfertigen zu können. Die Freiheit des Marktes, ja die Meinungsfreiheit – vielleicht sogar die Freiheit der Kunst – könnten in Gefahr sein, durch undemokratische Moralisten in ihren Grundrechten verletzt zu werden.

Und diese Bevormundung der kindlichen und jugendlichen Spieler ... auch der Erwachsenen, die sich halt gern virtuell gewalttätig verhalten und blutgeil sind ... ist dies überhaupt zeitgemäß? Die Jugend würde sich selbst ein Urteil bilden und bräuchte die Zensur durch Erwachsene durchaus nicht, meinte ein Jugendsoziologe einer Fachhochschule aus Deutschland. Man sollte ihm halt ausrichten, dass es „die Jugend“ nicht gibt, sondern sehr verschiedene „Jugenden“, die keineswegs alle zur Reflexion bereit sind, wie es etwa die neuen „rechten“ Jugendszenen erweisen.

Aber egal, die Gewalt- und Blutszenen, das absichtliche Verletzen von Menschen, das Herbeiführen von Schädel-Hirn-Traumata ist in der Erwachsenenwelt als „Sport“ geadelt und wird mit Weltmeisterschaften, ja sogar mit olympischen Ehren belohnt. Superboxer werden zu Uno-Botschaftern ernannt, und Politiker – ja sogar österreichische Bischöfe – genieren sich nicht, sich als Box-Fans zu outen. Sind eben richtige Männer.

Also, wenn das der sensiblen, um ethische „correctness“ so sehr bemühten Gesellschaft noch nicht sauer aufgestoßen ist, weil eben die ethische Intelligenz nicht nur in der Asylpolitik sondern allgemein behindert zu sein scheint – wenn das also nicht stört, dann braucht man sich wegen der Gewaltspiele auch nicht zu echauffieren, lasst es doch laufen, „die Jugend wird sich schon ein Urteil bilden“, welches die Wirtschaft nicht einschränkt.

www.haraldpicker.com


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