Sesselkleber

SP-Bezirksrat Götz Schrage will nach seinem sexistischen Ausritt (s. mein „Brief“ 102) sein Mandat nicht zurücklegen — und entziehen könne man es ihm nicht, heißt es in orf-online von heute (29. 5.) Nachmittag. Das wundert mich: Als ich Bezirksrätin der SPÖ war (1973–1987) mussten wir alle sobald wir gewählt waren eine Blanko-Mandatsverzichts-Erklärung unterschreiben …  aber damals bekamen wir auch keine Entlohnung (irgendwas um 500 Euro monatlich soll das heute sein) Das war genau für solche Fälle gedacht. In jeder „Firma“ dürfen Mitarbeiter bei firmenschädigendem Verhalten gekündigt bzw. fristlos entlassen werden, und das finde ich auch richtig: Wenn sich jemand nicht an die „Spielregeln“ hält/halten will, muss man ihm Zeit zur Besinnung geben. Das Mindeste wäre also, Schrages Mandatarschaft auf Zeit auszusetzen und ihm Auflagen zu geben. Vielleicht ein Anti-Gewalt-Training in der Männerberatungsstelle im 10. Wiener Gemeindebezirk …

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Gockeleien

Götz Schrage, Fotograf und Texter, Sohn des legendären Kulturpolitikers Dr. Dieter Schrage (erst SPÖ, dann Grüne) hat wieder einmal gezeigt, wes Geistes Kind er ist — leider nicht dessen seiner Eltern: Er kann seine sexuellen Fantasien offensichtlich weder für sich behalten noch sublimieren.

Dass ihn die neue Generalsektretärin der Neuen ÖVP Elisabeth Köstinger an „die jungen Damen der ÖVP Innere Stadt aus den frühen 80er Jahren erinnern, die mit mir schliefen, weil sie mich wohl für einen talentierten Revolutionär hielten“ — was hat das eine mit dem anderen zu tun? Oder ist das nur Eigenwerbung für sexuelle Dienstleitungen?  Weiterlesen

Loser?

Einerseits ist es sinnvoll, das Wort Terrorist durch andere Worte zu ersetzen — wie beispielsweise durch das Wort Massenmörder. Es entspricht der Realität — und auch der Mentalität dieser Unmenschen, die wähnen, sich gottgleich als Herren über Leben und Tod aufspielen zu dürfen.

Andererseits ist es nicht sinnvoll, so wie Donald Trump, diese Menschen als „bösartige Loser“ („evil loser“) zu bezeichnen. Aus diesen Worten spricht die Überheblichkeit und Selbstgerechtigkeit eines Multimillionärs.

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Freiwilligkeit

Bei Vergewaltigungen wird von den Tätern üblicherweise behauptet, die Frau hätte freiwillig zugestimmt. Diese Phantasie wird durch Filmszenen gefördert, in der die Frau nach vergeblichem Wehren in resignative Passivität verfällt – oder sich überhaupt von Beginn des Übergriffs an nicht wehrt.

Freezing heißt diese Schockstarre in der Fachsprache – und genau deshalb ist Selbstverteidigungstraining für Frauen so wichtig, damit der Körper automatisch, spontan und ohne kognitives Bewusstsein effiziente Abwehrhandlungen setzt.

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Der Verführungswahn

Sie seien von dem 15jährigen Mädchen verführt worden, behaupten die der Vergewaltigung beschuldigten angeblich Jugendlichen, wie sich nunmehr herausstellt aber längst Erwachsene, ein Afghane und einer von zwei Somaliern (weil einer noch flüchtig ist), und außerdem wäre alles freiwillig geschehen.

Das sagen Vergewaltiger immer – und sie glauben es auch.

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Richter spielen

Heftig medial beworben, ist gestern die erste Ausgabe der angekündigten Sendereihe „Im Namen des Volkes“ über die Bühne gegangen, und wie zu erwarten, hat sich wieder einmal gezeigt, dass kulturelle Toleranz keine Nationaleingeschaft der ÖsterreicherInnen darstellt (www.puls4com/Im-Namen-des-Volkes). Charles Darwin würde wohl von mangelnder „fitness“ (Anpassungsfähigkeit)  und damit Voraussetzung für „survival“ (Überleben) in einer globalen Wirtschaftswelt gesprochen haben, in der Respekt vor dem Anderssein die Grundlage funktionierender Kooperation bildet. Ergänzung: Die Schwierigkeiten (z.B. Gewalttätigkeiten), die es derzeit im alltäglichen Zusammenleben mit Menschen anderer ethnischer Herkunft gibt, basieren leicht nachweisbar gerade auf verweigerter Wertschätzung.

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Kopftuch-Männer

Es ehrt Bundespräsident Van der Bellen, dass er den Mut besitzt, seine Aussage zur Zivilcourage nicht stur gegen die vermeintlichen Besserwisser zu verteidigen, sondern bedächtig zu relativieren – aber ein wenig enttäuscht bin ich schon, auch wenn mir vermutlich auch nichts Gescheiteres eingefallen wäre. Ich hätte vielleicht nicht auf den Dänenkönig Christian X. Bezug genommen sondern auf den Film „Spartacus“, wenn dort in der Schlussszene die Gefangenen in Solidarität nicht nur mit der Person mit Spartacus (gespielt von Kirk Douglas) sondern mit seinem Mut, sich gegen das Regime zu stellen, alle „bekennen“: „Ich bin Spartacus!“ (Die Parodie in Monty Pythons „Das Leben des Brian“ hätte ich hingegen nicht gewählt – dazu ist echte Solidarität, nämlich die gegenüber Verfolgten, viel zu ernst, finde ich.)

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Positionierungen

Heute muss oft detailliert und ganz konkret erklärt werden, was man aussagen will, weil nicht nur sinnerfassendes Lesen sondern auch sinnerfassendes Zuhören immer seltener praktiziert wird. Keine Zeit – und manche Sinngebungen zeigen sich erst nach mehrmaligem Durchlesen. Das hat sich an der Aussage von Bundespräsident Alexander Van der Bellen erwiesen, als er vage in den Raum stellte, dass es noch so weit kommen könnte, dass man zu Solidaritätsaktionen aufrufen müsste um Diskriminierungen hintan zu halten.

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Meinungsfreiheit

Der 3. Mai ist der Internationale Tag der Pressefreiheit, und so kritisiert Rubina Möhring, Präsidentin von Reportern ohne Grenzen,  in den Salzburger Nachrichten von heute, dass es in Österreich noch immer das „Machtspielzeug Amtsgeheimnis“ gibt. „Machtspielzeug für wen?“ frage ich – denn jede individuelle Freiheit endet dort, wo sie die individuelle oder kollektive Freiheit anderer beengt oder gar vernichtet.

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Humor

Humor, das habe ich im Buch „Heilkraft Humor“ zu zeigen versucht, besteht nicht im Witze machen und auch nicht darin, sich alles gefallen zu lassen, sondern in einer bewussten und kreativen Art auf Ereignisse, die emotional bewegen, zu reagieren. Und ich habe auch versucht, die Unterschiede zwischen Albernheit, Ironie, Parodie, Satire, Witz etc. zu verdeutlichen.

Aber grundsätzlich liegt es daran, einen geistigen Rösselsprung zu vollziehen um nicht auf plumpe Aggressivität zurückzugreifen, wenn einem oder einer etwas nicht passt – vorausgesetzt es liegt eine Situation vor, in der man genug Zeit hat zu reden. Bei körperlichen Attacken ist das nicht der Fall.

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