Briefe gegen Gewalt

Halt! Gewalt!

Waffengleichheit

Bundeskanzler Kern schafft das dienstägliche Pressefoyer nach dem Ministerrat ab und die Journalist_innen protestieren gegen diese „Einschränkung der Medienfreiheit“ (Kurier, 31. 8., Seite 2). Ich denke: Wenn man merkt, dass etwas nicht (mehr) stimmt, ist es gut, es zu ändern – und wenn man noch nicht weiß, wie, dann reicht es, fürs erste einmal damit aufzuhören. Sonst wird es zu einer Selbstvergewaltigung. Aber: Seine Argumentation, „Politik nicht auf ein Hunderennen reduzieren zu wollen“, finde ich ziemlich „gewaltig“ [...]
Halt! Gewalt!

Kriminalpädagogik

Pickl vertrat die Ansicht, dass Strafen nur dann Sinn hätten, wenn sie möglichst sofort und in einem logischen Sinnzusammenhang – also quasi als sinnvolle Konsequenz – angewendet würden. Dazu müsse eine logische Gedankenkette von der Fehlhandlung zur Wiedergutmachung erkennbar sein. Daran musste ich denken, als ich den Medien entnahm, dass Innenminister Sobotka daran denke, kleinere Delikte in das Verwaltungsstrafrecht hinüber zu führen [...]
Halt! Gewalt!

Mediokratie

Als ich Mandatarin der politischen Partei war, die ich seit 1967 und noch immer mit meinem Mitgliedsbeitrag unterstütze – denn wenn die „alte Dame“ schon recht senil ist und mich nicht mehr kennt, hab ich sie noch immer in lieber Erinnerung – absolvierte ich mit viel Interesse und Engagement alle angebotenen Schulungen; damals gab es noch keine Parteiakademie, die wurde erst später gegründet, aber es begannen sich viele – vor allem Männer – um parteiinterne Trainerjobs „zu reißen“. So wie sie sich halt dachten, dass man trainieren müsse [...]
Halt! Gewalt!

Freisprüche

Im Zweifel für den Angeklagten (Beschuldigten), lautet ein Rechtsgrundsatz, zu dem sich auch das österreichische Strafrecht bekennt. Außer die Richterschaft – die professionelle wie auch die Laienrichter_innen – tragen Scheuklappen: Links über dem Herzen und damit auf der emotionalen Körperseite heißt sie Vorurteil, rechts auf der rationellen, der Vernunftseite heißt sie Antidiskriminierung. Beide verhindern eine den Tatsachen entsprechende Gerechtigkeit – aber Justitia ist ja bekanntlich auch blind [...]
Halt! Gewalt!

Einvernehmlichkeit?

Als ich Jus studierte – 1962–1966 – gab der damalige Strafrechtsprofessor Roland Graßberger (1905–1991) zum Thema Vergewaltigung „launig“ den seinerzeit üblichen Kommentar ab, „man könne ja auch nicht in ein Nadelöhr einfädeln, wenn dieses bewegt würde“. Dass man allerdings schon mit nur einer Hand solche Bewegungen verhindern könne, kam in den sexuellen Phantasien des Herrn Professors nicht vor [...]
Halt! Gewalt!

Haftungsausschlüsse

Derzeit laufen Überlegungen, Lehrer von Schadenersatzansprüchen schad- und klaglos zu halten, wenn etwa ein chronisch krankes Kind in der Schulzeit ein Leid passiert. Wir erinnern uns noch – es gab einen Todesfall auf einem Schikurs (oder etwas ähnlichem) wegen nicht rechtzeitig erkannter schwerer Krankheit. Das fiebernde Kind war im Hotel zurück gelassen worden und angeblich war auch laufend nach ihm gesehen worden. Tragisch. Und dennoch: Was hätte die Lehrerschaft anderes tun können als das Kind heimschicken – was dann allerdings vermutlich das Organversagen beschleunigt hätte ...

Anfragen zum Thema Gewalt

Gewalt geht uns alle an – im Doppelsinn des Wortes.
Immer wieder werden wir damit konfrontiert, oder wir werden zu Opfern – und manchmal auch zu Tätern. Aber wie anders handeln als wiederum nur mit Gewalt?
Friedfertigkeit ist eine Fertigkeit – und die kann man lernen – und weitergeben.

Hier haben Sie die Möglichkeit, Anfragen zum Thema Gewalt zu stellen >>>

Rotraud A. Perner | Gewaltprävention im Alltag

Die WebSeite „Halt! Gewalt!“ befindet sich derzeit im Umbau.

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